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MEIN
LEBEN
Liebe Katzenfreunde: Falls Ihr
das
inzwischen nicht schon selbst herausgefunden habt: Ich bin ein Kater
und
dies ist MEINE Homepage! Für alle, die noch nie in den Genuß
gekommen sind, mich persönlich kennenzulernen - oder mich zu
berühren,
weil ich diesbezüglich sehr zurückhaltend bin - habe ich
meinen
Menschen gebeten meinen Lebenslauf aufzuschreiben.
Mein
Vater
hieß
BILLY.
Er war ein ziemlich
imposanter weiß-brauner Perserkater aus einer sehr alten und
vornehmen
Katzenfamilie, wie man hier sehen kann.
Und weil die
Frau,
die mit meinem Vater zusammenlebte - Perserkatzen züchten wollte,
hatte sie Billy noch nicht zu einem dieser Barbaren (normalerweise
unter
dem Namen "Tierärzte" bekannt) gebracht, um den Stolz seiner
Männlichkeit
verstümmeln zu lassen (leider ist mein Vater inzwischen
verstorben.
Er hat versucht, durch ein gekipptes Fenster nach draußen zu
steigen
und hat sich dabei eingeklemmt. Sein Frauchen fand ihn erst, als es
bereits zu
spät war....).
Als
sich
sein
Mensch
aber 1996 entschloß Urlaub zu machen, ließ
sie meinen Vater bei ihrer
Mutter. Sie lebt ebenfalls mit einer Katze zusammen. Diese heißt
MIMI (die Katze, nicht die Mutter!) und ist auch eine Perserkatze.
Zugegeben,
ihre Abstammung ist nicht ganz so vornehm wie die meines Vaters.
Aber
auch
Mimi
hatte
noch nie irgendwelche
Operationen über sich ergehen lassen müssen. Während
sich
mein Vater im Haus von Mimis Mensch aufhielt, kamen sich meine Eltern
immer
näher. Als Papis Frauchen dann schließlich zurückkam um
Billy
abzuholen,
informierte sie ihre Mutter, daß auch Mimi bald Mutter werden
würde!
Bedauerlicherweise zeigte diese "menschliche" Mutter keinerlei
Verständnis
für diese Situation. Stattdessen erklärte sie ihrer Tochter,
daß sie, die sogenannte "Besitzerin" des Katers, der es gewagt
hatte
"ihre" Katze anzufassen, von jetzt an alleine die Verantwortung
für
alles zu tragen hätte. Offensichtlich hatte sie keine Vorstellung
davon, daß meine Mutter in dieser Sache kein Opfer, sondern eine
willige Beteiligte gewesen war.
Also
kehrte
Papis
Mensch
mit zwei anstelle von nur
einer Katze - Entschuldigung, genaugenommen mit drei Katzen (ungeborene
nicht mitgerechnet) - in ihr Einzimmer-Appartement zurück.
Inzwischen
hatte sie nämlich noch einen weiteren, weißen jungen
Perserkater
gekauft (noch vornehmer als Billy, aber, wie sich später
herausstellte,
nicht ganz gesund und deshalb für die Zucht nicht geeignet).
Als Mimis Zeit gekommen war,
bemerkte Papis Frauchen, daß etwas nicht stimmte. Obwohl Mimi zum
ersten Mal Mutter
wurde, hatte sie ihr Bestes gegeben und war ihren mütterlichen
Instinkten
gefolgt, wie alle Katzen seit es Katzen gibt. Also setzte Papis Mensch
Mimi
in
einen Korb und brachte sie in die Tierklinik der örtlichen
Universität.
Dort wurde ich am 10. August
1996
(einem Samstag) geboren. Im Gegensatz zu anderen Katzen, die in
Scheunen,
auf Feldern, im Wald oder an anderen gewöhnlichen Orten zur Welt
kommen,
wurde ich also in einer Universitätsklinik geboren! Mein
Sternzeichen ist "Löwe" - was sonst könnte
eine Katze schon sein?
Meine Mutter hatte insgesamt
vier
Kätzchen ausgetragen. Zwei (weiße Kätzchen) kamen tot
zur
Welt. Eine weitere, eine junge Kätzin (grau-braun) und ich selbst
hatten überlebt. Papis Frauchen nahm uns und unsere Mutter am
nächsten
Tag mit nach Hause. Wie alle Katzen dieser Altersgruppe verbrachte ich
die folgenden Tage und Wochen damit, die Milch meiner Mutter zu
trinken,
ausgiebig zu schlafen und - etwas später - mit meiner Schwester zu
spielen und zu streiten. Eines Tages wurde Papis Frauchen dann von
einem anderen
Menschen
besucht.
Als
ich
um
die
Ecke bog und diesen anderen Menschen mit einem zarten
"Mie" begrüßte, hatte ich einen Fan für's Leben
gefunden.
Obwohl
ich es sehr seltsam fand, daß mich dieser Mensch
zusammen
mit meiner Schwester auf den Tisch stellte und unsere Schwänze
hochhob,
um unseren Intimbereich näher zu betrachten (wie sich
herausstellte,
um unser Geschlecht zu ermitteln), wirkte diese Person sympathisch
und Katzen wohlgesonnen. So schlief ich an diesem Abend auf ihrer Hand
ein. Dieser Mensch besuchte uns nun etwa zwei bis drei Mal pro Woche.
Zweimal
sogar mit einem seltsamen schwarzen Gerät, einem
sogenannten
"Foto-Apparat" und verfolgte uns Katzen damit. Zum Glück tat das
nicht
weh. Also gewöhnte ich mich bald daran.
An einem Sonntag Morgen, dem
29. September
- ich war nun schon fast 8 Wochen alt - setzte mich Papis Mensch in den
Korb,
in dem meine Mutter, meine Schwester und ich so oft geschlafen hatten
und
versperrte (!) den Eingang mit einem Gitter. Dann trug sie mich aus
ihrer
Wohnung und brachte mich mit Hilfe eines seltsamen Gefährts,
genannt
"Auto", zu diesem anderen Menschen nach Hause, der nun "mein Mensch"
wurde - und schon kurze Zeit
später
hatte mich seine gesamte Familie adoptiert. Einige hatten anfangs
Bedenken,
weil sie schreckliche Geschichten über Katzen gehört hatten,
die sich nicht benehmen können.
Aber
egal,
sobald
sie
mich kennenlernten, schlossen
mich alle in ihr Herz. Ich sollte vielleicht hinzufügen, daß
ich nie jene furchtbaren Verhaltensweisen an den Tag gelegt habe, mit
denen
andere (weniger vornehme) Katzen ihre Menschen belästigen.
Inzwischen
wurden
sogar
mein
Kratzbaum
und
der Transportkorb verkauft, weil ich den Kratzbaum nie benutzt habe
und außerdem vernünftig genug bin, um im Auto mitzufahren
ohne
dabei eingesperrt zu sein. So kann ich nämlich sitzen wo ich will
und auch zum Fenster hinaussehen - was mir übrigens nicht die
geringste
Angst einjagt!
Von Autos einmal abgesehen habe
ich
auch gelernt, meinen Menschen auf dem Motorroller zu begleiten. Zu
diesem Zweck
haben wir einen Beutel, in dem ich sitzen kann. Der ist sogar mit einem
speziellen
Sicherheitsgurt ausgestattet.
Überhaupt
bin
ich
eine
wirklich
außergewöhnliche
Katze,
das könnt Ihr mir ruhig glauben. Katzenminze interessiert
mich
nicht im Geringsten. Ich kratze keine Wände oder Möbel an
(höchstens
einmal einen Korb und davon habe ich selbst mehrere).
Obwohl bereits zwei dieser
Barbaren
an den entscheidenden Teilen meiner Männlichkeit herummanipuliert
haben, interessiere ich mich noch immer für die Damenwelt. Und
obwohl geplant war, mich ausschließlich in der Wohnung zu
halten,
ist es mir gelungen klarzustellen, daß ich gerne ausgehen
möchte.
Vor
allem
aber
mag
ich Wasser sehr gerne. Wie
Ihr im folgenden Kapitel, "Der
Wasser-Kater"
sehen könnt, liebe ich Sprudelbäder und schwimme auch
ziemlich
gut....
Meine
Jugend
verbrachte
ich
zunächst nur bei meinem Menschen.
Tagsüber besuchte ich aber auch immer öfter seine Tante und
direkte Nachbarin. Erst als ich schon erwachsen war, blieb ich auch mal
über Nacht dort. Die Tante hatte zuerst Bedenken gegenüber
Katzen, verliebte sich aber auf den ersten Blick in mich. Sie tat alles
für mich, stand nachts auf um mir eine Dose aufzumachen wenn ich
maunzte und als die Tierärztin einmal empfahl, ich solle
Kartoffelbrei zur Regulierung meiner Verdauung bekommen, machte sie mir
sogar frischen Kartoffelbrei - den ich allerdings verschmähte.
Als
ich
knapp
drei
Jahre alt war, starb der Vater meines Menschen. Kurz
zuvor hatte es in einer Sendung im Fernsehen geheißen, daß
einer Studie zufolge verwitwete Leute den Verlust des Partners besser
verkraften, wenn ihnen wenigstens ein Haustier Gesellschaft leistet.
Also brachte mich mein Mensch Ende April 1999 zu seiner Mutter auf's
Land. Seine Eltern waren erst im Herbst zuvor in ein kleines Dorf
gezogen.
Ich
erkundete
zunächst
den
Garten und, nach und nach, die
ganze Straße und das Feld hinter dem Haus. Da die Mutter, die nun
"mein Frauchen" wurde, noch in der Stadt arbeitete, nahm sie mich immer
mit in die Stadt wenn sie Dienst hatte. Diese Zeit verbrachte ich dann
in meinem alten Zuhause bei meinem Menschen und seiner Tante, der
Schwester meines Frauchens.
Im
Januar 2000 zog Frauchen, die mich "Justus" nennt, dann wieder in die
Stadt: nur zwei
Straßen von meinem Menschen entfernt fanden wir unser neues
Domizil. Ich kann nicht erklären wieso, aber seit wir hier wohnen
habe ich kein Interesse mehr nach draußen zu gehen und halte mich
nur noch in der Wohnung und auf den beiden Balkonen auf. Mein Mensch
kommt fast jeden Tag zu Besuch.
Auch
seine
Tante
hat
mich immer wieder besucht. Leider ist sie im Januar
2010 verstorben!
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