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DER
WASSERKATER
Einige
meiner geschätzten Leser können sich
vielleicht
nicht vorstellen, bei welcher Gelegenheit eine Katze überhaupt
herausfinden
könnte, daß sie (oder er) allen Ernstes GERNE badet. Die
meisten
Katzen bekommen erst gar keine Chance, ihre Liebe zum Wasser zu
entdecken,
weil ihre Menschen fest davon überzeugt sind, daß wir Wasser
hassen!
In meinem Fall allerdings mein Mensch, gar keine andere
Wahl:
ich mußte baden....
Ich
war gerade mal acht Wochen alt und wohnte erst
seit
drei Tagen bei meinem Menschen. Aus irgendeinem Grund beschloß
ich, um die
Mittagszeit
auf den Küchentisch zu springen. Dummerweise war mir entgangen,
daß
da noch eine Schüssel mit Bratensoße auf dem Tisch stand.
Die
Soße war zwar zum Glück nicht mehr heiß, aber noch
immer
ganz schön fettig.
Zuerst einmal versuchte mein
Mensch
mein langes Fell sauber
zu
wischen, aber schon bald war klar, daß
das
nicht viel bringen würde. Also mußte zu einer
drastischeren Methode gegriffen werden. Ich wurde ins Badezimmer
getragen,
in die
Wanne gesetzt und mit warmem Wasser gewaschen. Zur
Überraschung meines Menschen wehrte ich mich kein bißchen.
Ich empfand die
ganze
Prozedur eigentlich als ziemlich angenehm.
Ungefähr zwei Wochen
später hatten wir einen
Besucher, der mir etwas mitgebracht hatte: Katzen-Leckerli! Und
ich
muß leider gestehen, ich LIEBE Katzen-Leckerli! Das war nun also
meine
erste Packung "normaler Katzen-Leckerli" (nicht die speziell für
Katzenkinder)!
Die Dinger waren mit Käse gefüllt und schmeckten fantastisch!
Leider
war mein kleiner Magen an solche Delikatessen nicht gewöhnt. Am
nächsten
Morgen war mir schon beim Aufwachen ganz schlecht. Mein kleiner Bauch
schmerzte
und schon bald war ich auf dem Weg zum Katzen-Klo....
Wie
Ihr wißt, bin ich ein Perserkater! Also, ich
denke,
ich muß jetzt nicht ins Detail gehen - Ihr könnt Euch
vermutlich
auch so vorstellen, wie ein Teil meines Fells aussah, als ich wieder
aus
dem Katzenklo herauskletterte. Ich versuchte mir den Dreck auf unserem
Badewannenvorleger
abzuwischen - leider ohne Erfolg. Als mich mein Mensch in diesem
Zustand
fand, landete der Vorleger umgehend in dieser lauten Drehmaschine, die
so
interessant
anzusehen ist . Und für mich stand schon wieder ein Bad auf dem
Programm, diesmal sogar mit (Menschen-)Shampoo. Ich wurde noch nasser
und mußte deshalb auch
noch
geföhnt werden!
So hatte ich herausgefunden, daß
Baden und
geföhnt
werden auch Spaß machen kann. Als mein Mensch wieder einmal
badete,
beschloß ich ihm "Gesellschaft zu leisten". Wie sich
herausstellte, machen Sprudelbäder noch mehr Spaß als
normale Bäder! Wenn mein Mensch aus der Wanne steigt, bleibe ich
noch im
Wasser und warte, bis ich
herausgehoben, in ein Badetuch gewickelt und geföhnt werde.
Übrigens, viele Leute
glauben, ich wäre ein
ziemlich
großer, schwerer Kater. Aber alle, die mich schon mal naß
gesehen
haben, wissen daß ich tatsächlich eher schmächtig bin -
mindestens
50% Haare, schätze ich!
Tja, ob Ihr's glaubt oder
nicht, ich beschränke
meine
Extravaganzen nicht darauf, zu Hause zu baden! Ab und zu reise ich auch.
Wie gesagt, Autos
(oder Motorräder) machen mir
überhaupt
keine Angst. Eines Tages habe ich mit meiner menschlichen Familie eine
Tante
besucht
. Die wohnt zufällig direkt an einem Fluß. Die Menschen sind
dort schwimmen gegangen. Also habe ich beschlossen, das auch
auszuprobieren.

Bei
meinem zweiten Schwimmversuch der Vater
meines Menschen eines
von diesen Bildmache-Dingern dabeigehabt und mich aufgenommen, um zu
beweisen,
was für ein hervorragender Schwimmer ich bin.
Also mal ehrlich, bei meinem
ersten "Schwumm" war mir
noch
nicht klar, daß man als Katze mit allen vier Pfoten rudern kann!
Stattdessen
benutzte ich nur zwei. Außerdem habe ich meine beiden
Vorderpfoten
bei jedem Zug aus dem Wasser gehoben, um sie dann wieder auf die
Oberfläche
klatschen zu lassen. Deshalb lief mir schon bald eine Menge Wasser
über's
Gesicht. Aber keine Angst - als ich am nachmittag des selben Tages
wieder
ins Wasser ging, hatte sich meine Technik schon enorm verbessert!
Genau wie bei der
Badewanne, verließ ich das
Wasser
auch beim Schwimmen nicht von selbst, sondern ging nur ans Ufer des
Flusses
und wartete dann, bis ich herausgehoben wurde.
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